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Ungewöhnlich ist
mein Beruf sicherlich nicht, aber selten. Ungewöhnlich ist
schon eher sie Voraussetzung die ein Yoga-Lehrer/In neben der qualifizierten
Ausbildung braucht: er/sie muß Yoga üben, selbst praktizieren,
einen persönlichen Lehrer haben, bei welchem unter Anleitung
geübt wird, immer wieder selbst Schüler zu sein.
Betrachten wir zunächst die östliche
Perspektive: Yoga, diese 4000 Jahre alte Disziplin,
sieht dieses besondere Lehrer-Schüler-Verhältnis
vor: danach ist ein Yoga-Lehrer/In keine Einzelperson,
sondern Glied in einer Kette von Lehrern. Mit Zustimmung
und einem Mantra eines Lehrers schließt man sich
als Schüler dieser Kette an und wird dann begleitet
und ausgebildet von seinem Lehrer - selbst Yoga-Lehrer. Unsere
Kette geht zurück zu Anna Alles, Anna Dreibholz,
Dr. Rudolf Fuchs, dem Gründer und Leiter der "Yoga
und Sanskrit-Schule Stuttgart" und steht in der
Tradition von Selvarajan Yesudian, dem Verfaser des
Werkes "Selbsterziehung durch Yoga", in mehreren
Millionen verkauft und in zahlreichen Sprachen verbreitetes
Standardwerk.
Betrachten wir nun die westliche Perspektive:
Nach einer Ausbildung in den USA zu Musikpädagogin, angekommen
in Deutschland suchte ich eine Aufgabe mit und für Menschen.
(Siehe Ausbildung) Yoga habe ich erstmals kennengelernt in den USA
gleich nach der Geburt meines Sohnes, er ist jetzt 36 Jahre alt.
Unsere Zeit ist gekennzeichnet durch die Zerstreuung der menschlichen
Fähigkeiten. Der wesentliche Wert des Yoga liegt darin, dass
er unserer Gesellschaft den genau entgegengesetzten Verlauf bringen
kann: das Wieder-Sammeln und Zentrieren dieser Fähigkeiten.
Diese Sammlung und Zentrierung wird einzig durch Üben erlangt.
Yoga umfaßt gleicherweise die Erziehung unseres Verhaltens
in der Gesellschaft wie die Meisterung von Körper, Atmung,
Sinnen und Geisteshaltung. Dieses Üben führt allmählich
in allen Bereichen zu einem harmonischen Zustand. (Integration).
Der Fortschritt im Yoga verbessert unmittelbar unsere physischen
Bedingungen und unser Lebensverständnis. Yoga ist keine Religion.
Oftmals entwickelt er aber in uns eine selbstüberschreitende
Bewußtwerdung.
Ich glaube nicht, dass es notwendig
ist, in die Denkweise anderer Menschen einzugreifen
- ungeachtet welcher Philosophie sie folgen. Aber meine
Absicht ist, als Pädagogin und Begleiterin, Menschen
Werkzeuge zu geben und durch Prozesse zu führen,
die ihnen helfen können, mehr sich selbst zu werden,
und die Lebensweise, die Sie gewählt haben ganz
zu erfüllen.
Seit über sieben
Jahren leite ich meine Yoga-Schule. Erst in Fürth nun in Zirndorf,
mit wöchentlichen Kursen, Workshops, Vorträge, Gast-Referenten,
Ausflüge usw. Yoga-Lehrerin ist nicht ein Beruf wie jeder andere.
Es geht nicht darum, nur Fertigkeiten und Techniken zu vermitteln.
Yoga ist ein lebenslanger Übungsweg, ein Weg der Selbstentwicklung.
Yoga lehrt die hohe Kunst der Umwandlung: herauszufinden, wer wir
sind und es zu sein. Für mich ist Yoga-Lehrerin zu sein, Beruf
und Berufung zugleich.
Jeanett Leikauf
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